Sur l’éducation

Auf Französisch bedeutet das Wort l’éducation nicht nur Bildung, sondern auch Erziehung, der Prozess vom Großziehen eines Kindes. Das beinhaltet auch dem Kind beizubringen, wie man sich in bestimmten Situationen zu verhalten hat, was gesundes Leben bedeutet, wer hat welche soziale Rolle usw. Dabei fängt die éducation nicht erst in der Schule an, sondern gleich nach der Geburt.

Ich mag diese Idee sehr, denn laut Biologie ist die Zeit zwischen dem zweiten und dem siebten Lebensjahr die Phase der „Programmierung“. In dieser Phase arbeitet das Gehirn hauptsächlich in Theta-Wellen, die relativ niedrige Frequenz (4 – 8 Hz) haben, was dem Gehirn erlaubt eine große Menge an Daten „herunterzuladen“ und „abzuspeichern“. Diese Daten kommen von der unmittelbaren Realität, der das Kind lebt: Eltern, Freunde, Bekannte und Unbekannte und wird zu diesem Zeitpunkt nicht hinterfragt, sondern bloß in das Unterbewusstsein „eingespeist“.

Denken Sie nur daran: eine ganze Menge an Verhaltensmustern, Gewohnheiten, Meinungen und Konzepten über die Welt wurden in Ihrer frühesten Kindheit in Ihrem Unterbewusstsein abgespeichert und sie werden heute noch immer wieder aktiviert, ohne dass Sie es wissen. Darunter fallen Sachen „Hallo“ sagen, wenn man jemanden trifft, aber auch größere Konzepte wie Geld, Gender, soziale Klassen oder vielleicht sogar Ihre Selbstwahrnehmung. Irgendwie gruselig, oder? Leider lässt sich nicht viel dagegen tun, außer sich selbst, die eigenen Gedanken und Verhaltensmuster zu beobachten und sich bewusst darüber zu werden, wie man sozial „geprimed“ ist. Und dann noch bewusster und noch bewusster, bis sich das Programm irgendwann ändert. Ein langsamer Prozess, der unser ganzes Leben dauert, aber dafür ein spannender.

Source: Lipton, Bruce H. (2005): The Biology of Belief – Unleashing the Power of Consciousness, Matter and Miracles. Page 172